Worauf kommt es im (guten) Unterricht an?

Mit dieser Frage beschäftigen sich naturgemäß alle Lehrpersonen, Wissenschaftler und Studierende, die später unterrichten wollen. Was aber bedeutet „guter Unterricht“?

Im deutschsprachigen Raum entstanden in den letzten Jahrzehnten Kataloge zu gutem Unterricht von unterschiedlichen Forschern (Meyer 2004, Helmke 2012, Kunter & Voss 2011, u.a.), die empirisch gut fundiert sind. Hier werden eine Vielzahl von Qualitätskriterien aufgeführt wie: Klassenführung, klare Struktur, kognitive Aktivierung der Lernenden, vorbereitete Lernumgebung u. a. m.

Im Jahr 2009 sorgte der neuseeländische Forscher John Hattie mit seiner „Visible Learning“ für Furore. In der Studie, die über 50.000 Einzel- und über 800 Metastudien auswertete, wurden 138 Einzelfaktoren auf ihr Wirksamkeit hinsichtlich des Lernerfolgs von Schülerinnen und Schüler untersucht. Dabei zeigte sich die große Bedeutung der Lehrperson für das Lernen der Schülerinnen und Schüler, vielfach wurde das Ergebnis der Studie als „Auf den Lehrer kommt es an!“ zusammengefasst. Was machen erfolgreiche Lehrpersonen nun anders? Zunächst einmal – und das ist die Basis aller weiteren Aktivitäten und Interventionen der Lehrkraft – kommt es auf die Beziehung an.

Die Beziehung zwischen der Lehrperson und ihren Schülerinnen und Schülern ist die Basis für den Lernerfolg- eine Beziehung, in der Vertrauen und Anerkennung (auch für ganz kleine Erfolge) vorherrschen, Fehler als Lernchance genutzt werden und mithilfe sachlich-konstruktiver Rückmeldungen in besseren Lernergebnissen münden. Dabei darf es ruhig auch humorvoll zugehen. In einer entspannten Arbeitsatmosphäre, ohne Druck und Konkurrenzdenken, lernt es sich besser.

Gerade zu Beginn des Schuljahres sollte ausreichend Zeit für das Kennenlernen der Lehrkraft und der Schülerinnen und Schüler und der Schülerinnen und Schüler untereinander eingeräumt werden. Vielfach sehen Lehrpersonen diese Zeit als verlorene Zeit an, da bereits mit dem fachlichen Unterrichten begonnen werden könnte. Es zeigt sich indes bei Klassen, bei denen keine Zeit für den Beziehungsaufbau zur Lehrkraft und den anderen Schülern eingeräumt wurde, dass in der Folgezeit vermehrt Störungen, Disziplinprobleme und anderen Probleme auftreten, die das Lernen der Schülerinnen und Schüler im Unterricht beeinträchtigen. Daher ist gute Beziehungsbasis der Grundstein für alles, was im Unterricht anschließend gemeinsam erreicht werden soll, sie erst macht den  Lernerfolg möglich!

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