Das Tafel-Prinzip

Wirksames Lernen im Unterricht – das TAFEL-Prinzip  

Die Kollegen aus der Schweiz schaffen es immer wieder, kurz und prägnant bedeutsame Prinzipien für lernwirksamen Unterricht zusammenzufassen. So beispielsweise mit dem TAFEL-Prinzip, das auf den empirischen Befunden von John Hattie (2011, 2013) beruht. Mit dem Akronym TAFEL für Transparenz, Aktivierung, Feedback und Evaluation werden zentrale Faktoren für wirksames Lernen zusammengefasst, aus denen ein auf die Situation der Lernenden angepasstes Lernszenario entwickelt werden kann: 

  1. Transparenz – transparente Leistungserwartungen 

Erfolgreiche Lehrpersonen können präzise formulieren, was Lernende nach dem Unterricht können sollen. Sie definieren Lernziele und leiten aus diesen die Beurteilungskriterien ab. Lernende wissen somit von Anfang an, was von ihnen am Ende des Unterrichts oder der Unterrichtseinheit erwartet wird.  

2. Aktivierung – Kognitiv aktivierender Unterricht 

Zum erfolgreichen Lernen gehört kognitive Aktivität, also die aktive interne Verarbeitung der neuen Information durch die Lernenden selbst. Damit die neuen Informationen, die neuen Inhalte, wirklich aktiv verarbeitet werden, empfiehlt es sich, die Inhalte mittels authentischer, realitätsnaher Problemstellungen einzuführen. Die Motivation der Lernenden, sich mit dem neuen Inhalt auseinanderzusetzen steigt, da deutlich wird, dass die Inhalte relevant sind.  

Lerneffekte können darüber hinaus gesteigert werden, indem meta-kognitive Strategien gefördert werden, d.h. wenn Lernende dazu angehalten werden, sich damit auseinanderzusetzen, wie sie lernen. Es können immer wieder einmal Unterrichtsphasen eingebaut werden, in denen die Lernenden mithilfe von Reflexionsbögen das eigene Lernen analysieren. 

3. Feedback und Evaluation 

Unmittelbares Feedback zu den Lernfortschritten erhöht ebenfalls den Lernerfolg. Das Feedback umfasst dabei nicht Lob oder Tadel, sondern Informationen zur Aufgabenbearbeitung, dem Lernweg und zur Selbstregulation der Lernenden. Darüber hinaus können Lehrpersonen mit formativer Evaluation, also kleinen Evaluationen während des laufenden Unterrichts z. B. mit der Ampel-Methode (rot für „Stopp – verstehe nichts“, gelb – „Bitte langsamer, verstehe nicht alles“ und grün für „Alles o. k.!“) immer wieder den Verstehensprozess ihrer Schülerinnen und Schüler überprüfen. Falls nötig wird der Unterricht angepasst, dies nennt man adaptive Lehrkompetenz. 

4. Lernszenario 

Aus den genannten drei Prinzipien können Lehrpersonen Lernszenarien ableiten, die Lernen erfolgreich in Gang setzen und den Bedürfnissen der Lernenden entgegenkommen. 

Weitere Informationen unter: 

https://www.schule-bw.de/themen-und-impulse/oes/download/oes_lernen-mit-feedback_181021_online.pdf

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